Von der häuslichen Uhr zur Tissot Damenuhr

In der Renaissance kam es zu insbesondere zwei bedeutenden Entwicklungen im Bereich der Zeitmessung. Zunächst erhielten die weit verbreiteten häuslichen Uhren zum ersten Mal ein Gehäuse. Dies wurde gefertigt, damit die Gegenstände vor Staub und Schmutz geschützt waren und sich dadurch weniger abnutzten. Dadurch wurde der Weg für zahlreiche individuelle Gestaltungsmöglichkeiten geebnet. Somit war die Uhr nun nicht mehr der ursprüngliche Gebrauchsgegenstand, der repräsentative Charakter und die Verwendung als Tissot Damenuhr traten nun vor der Zeitmessung in den Vordergrund.

Durch zahlreiche neue Erfindungen, insbesondere im Bereich der Werkzeuge, war es nun möglich immer kleinere Uhren zu fertigen. Auch die Spezialisierung auf den Beruf des Uhrmachers trug dazu bei. Zudem wurde für die Zahnräder nun Messing verwendet, was kleinere Bestandteile des Uhrwerks ermöglichte. Als Energiespeicher für dieses wurde außerdem die von Türschlössern bereits bekannte Feder übernommen, wodurch die Uhr nun nicht mehr an den Ort ihrer Aufstellung gebunden war.

Die Erfindung der Taschenuhr

Der Uhrmacher Peter Henlein aus Nürnberg baute etwa um 1504 eine Uhr aus einer Kombination von Feder und Unrast und schaffte es, diese auf Taschengröße zu verkleinern. Dies war die Geburtsstunde der beliebten Taschenuhr, die fortan als Zeitmessgerät und auch modisches Accessoires, ähnlich der heutigen repräsentativen Armbanduhren, wie die Tissot Damenuhr, in Umlauf kam. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts wurden diese mit einer Spindelhemmung ausgestattet. Viele europäische Uhrmacher produzierten Taschenuhren in höchster Qualität und wetteiferten stets um Verbesserungen und Optik. Bereits ab dem frühen 19. Jahrhundert begann man in Amerika mit der ersten industriellen Massenfertigung von Taschenuhren, wodurch das Produkt für jedermann zugänglich wurde.